Infos zum Standort

06.09.2019

Erste Schritte in der Ausbildung in acht Metern Höhe

20 junge Menschen beginnen am Auhof ihren Weg in den Beruf

Hilpoltstein – Die Ausbildung in der Heilerziehungspflege hat für 20 junge Menschen mit der Morgenandacht in der Kapelle „Zum guten Hirten“ am Auhof begonnen. Diakon Matthias Grundmann, zuständig für die Ausbildung in der Hilpoltsteiner Einrichtung der Rummelsberger Diakonie, hatte alle „Neuen“ zu den zwei Einführungstagen eingeladen: „Ich begleite die Auszubildenden durch ihre Praktikums- und Schulzeit und da ist es mir wichtig, die jungen Menschen von Anfang an kennenzulernen, um sie gut begleiten zu können.“ Den ersten Tag verbrachten die angehenden Heilerziehungspfleger und Heilerziehungspflegerinnen am Auhof, wo sie sowohl einander kennenlernten, als auch mehr über die Rummelsberger Diakonie und den Auhof als zukünftige Arbeitgeber erfuhren. Unterschiedliche Referenten stellten das fachliche Konzept, die Mitarbeitervertretung und die Besonderheiten eines diakonischen Unternehmens vor.

Am zweiten Tag besuchte die Gruppe Rummelsberg. Nach einer Ortsführung standen Kooperationsspiele und Klettern im Waldseilpark auf dem Programm. „Das ist ein tolles Erlebnis für die Gruppe. Junge Menschen, die sich vorher nicht kannten, wachsen zu einer Ausbildungsgemeinschaft zusammen. Das ist toll zu erleben“, so Grundmann. Die „Neuen“ sind nun ein Teil der mehr als 70 Menschen, die am Auhof ihre Ausbildung machen. Darunter sind neben angehenden Heilerziehungspfleger_innen auch künftige Erzieher_innen und Studierende der Sozialen Arbeit. Diakon Grundmann berät außerdem Quereinsteiger_innen dazu, welcher soziale Beruf für sie geeignet sein könnte und weist den Weg in die entsprechende Ausbildung.


Von: Diakon Matthias Grundmann

Sieht einfach aus, ist es aber nicht: Bei den Einführungstagen sollten die neuen Auszubildenden gemeinsam den Meterstab auf dem Boden ablegen. Nur durch intensive Absprache konnten sie diese knifflige Aufgabe lösen. Foto: Matthias Grundmann

03.09.2019

Kinder sind Experten für ihr Leben

Eine gute Erziehungspartnerschaft ist der Schlüssel zum Erfolg

„Kinder sollten nicht schon im Kindergarten fit für die Globalisierung gemacht werden“, sagte der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Evangelischen Kita-Verbands in Bayern. Verena Voß und Christine Engelhardt hat er damit aus der Seele gesprochen. Voß, bei der Rummelsberger Diakonie als Dienststellenleitung zuständig für 21 Kindertagesstätten, und Engelhardt, Leiterin des Hauses für „kleine Talente“ in Altdorf sowie Kita-Bereichsleitung, lieben ihren Beruf und – Kinder.

 „Eltern wollen das Beste für ihr Kind“, ist Engelhardt überzeugt. Sie ist Fan des Bayerischen Bildungsplans für Kinder im Vorschulalter. Dort heißt es: „Bildung vollzieht sich als individueller und sozialer Prozess. Kinder gestalten ihren Bildungsprozess aktiv mit. Sie sind von Geburt an mit grundlegenden Kompetenzen und einem reichhaltigen Lern­ und Entwicklungspotenzial ausgestattet. Eine elementare Form des Lernens ist das Spiel, das sich zunehmend zum systematischeren Lernen entwickelt.“

 Kinder sollen spielend Erfahrungen sammeln. „Wir können die Kinder nicht davor bewahren, auch negative Erfahrungen zu machen“, sagt Engelhardt. Wer beispielsweise nie gestürzt sei und sich dabei wehgetan habe, könne nur schwer Vorsicht vor Gefahren entwickeln. Es ginge ja nicht darum, Kinder gefährlichen Situationen auszusetzen, sondern darum, Kinder als soziale Wesen fit zu machen, sich selbstständig und ihrer eigenen Fähigkeiten bewusst im Leben zu bewegen.

Eltern Mut zusprechen

Den Eltern wollen die beiden Fachfrauen Mut machen. Jedes Kind ist „richtig“ und hat eine Menge Talente, die es gilt, sich entwickeln zu lassen. Engelhardt erlebt es zuweilen in Gesprächen, dass Eltern schnell bewerten, was ihr Kind noch nicht kann und dabei übersehen können, was der Nachwuchs schon alles gelernt hat. Christine Engelhardt findet in diesem Zusammenhang den Begriff der Erziehungspartnerschaft ausgesprochen hilfreich. In einer echten Partnerschaft ist es eben so, dass einer mal bremst und der andere zieht. Wenn diese Rollen immer wieder mal wechseln, sind Eltern und Kindergarten auf einem guten Weg, ein Kind erfolgreich ins Leben zu begleiten.

 „Am meisten Verlass ist dabei auf die Kinder“, Verena Voß lächelt: „Sie zeigen uns genau, was gerade dran ist. Sie sind Experten für ihr Leben.“ Die Aufgabe der Erzieherinnen und Erzieher sei es, genau hinzuschauen, zu spüren, was die Buben und Mädchen brauchen und wollen. Dazu gehören Neugier auf Neues, aufregende Spiele, konzentrierte Beschäftigung ebenso wie Langeweile. Sie versteht die Aussage Bedford-Strohms in diesem Sinne, wenn er die vielerorts vorherrschenden Erwartungen kritisiert, dass Kinder schon in den Kitas auf den Leistungswettbewerb vorbereitet werden sollten sowie möglichst früh „lesen, rechnen, schreiben können und am besten bereits im Kindergarten Chinesisch oder wenigstens Englisch lernen“ sollten. „Kinder wollen ihre Umwelt erfahren und lernen; aber eben doch am meisten spielen,“ weiß Christine Engelhardt. Letztendlich entwickelten sich die jungen Menschen auf diese Weise am gesündesten.

 Das rechte Maß zu finden, Erziehungspartnerschaften gut zu führen, Qualitätsfragen im Kita-Alltag und weitere Impulse sind Themen des diesjährigen KITA-Kongresses in Verbindung mit der ConSozial am 6. und 7. November in der NürnbergMesse. Das ganze Programm sowie Anmeldemöglichkeiten finden sich auf www.consozial.de/kita-kongress.

 Über die ConSozial

Die ConSozial ist die KongressMesse für Fach- und Führungskräfte der Sozialwirtschaft im deutschsprachigen Raum. Alljährlich im Herbst informieren sich rund 6.000 Fachbesucher*innen im Messezentrum Nürnberg an zwei Tagen über die neusten Entwicklungen und Trends der Sozialwirtschaft. Parallel findet der KITA-Kongress statt, der sich an Fach- und Führungskräfte von Kitas wendet. Die ConSozial wird vom Bayerischen Sozialministerium veranstaltet. Partnerinnen sind die Rummelsberger Diakonie, die Caritas Bayern und die NürnbergMesse.

 


Von: Diakon Georg Borngässer

Verena Voß ist Dienststellenleiterin der 21 Kitas der Rummelsberger Diakonie.

Christine Engelhardt ist Leiterin des „Haus für kleine Talente“ in Altdorf und Kita-Bereichsleiterin. Fotos: Diakon Georg Borngässer