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09.10.2020

Neun Menschen am Auhof positiv auf das Corona-Virus getestet

Schutz-Maßnahmen in enger Abstimmung mit dem Gesundsamt verstärkt

Hilpoltstein Auhof - Am zur Rummelsberger Diakonie gehörenden Auhof wurden insgesamt neun Menschen positiv auf das Corona Virus getestet. Ein Bewohner wurde am Mittwoch mit Krankheitssymptomen vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. Eine weitere Frau hat leichte Symptome. Alle anderen zeigen keine Symptome. Unmittelbar nach dem Verdacht auf eine mögliche Infektion wurde das Gesundheitsamt im Landkreis Roth-Hilpoltstein verständigt. „Von dort werden wir sehr gut unterstützt,“ sagt Andreas Ammon, Leiter des Auhofs. Die schon bestandenen Schutzmaßnahmen wurden in enger Abstimmung mit dem Landkreis noch einmal verstärkt. Zurzeit laufen bei Bewohner*innen und Mitarbeitenden weitere Testungen. Ergebnisse werden für den Samstag erwartet.

„Wir tun alles, damit sich nicht noch mehr Menschen anstecken,“ erläutert Ammon notwendige Maßnahmen „auch über die Vorgaben des Gesundheitsamtes hinaus“. Bevor nicht alle Testergebnisse vorliegen, darf beispielsweise keiner der Bewohner*innen zur Arbeit in die Werkstatt für Menschen mit Behinderung gehen. Einkäufe nach Hilpoltstein, externe Termine und Wochenendheimfahrten sind bis zum Vorliegen hoffentlich negativer Ergebnisse abgesagt.

Am Auhof wohnen rund 230 erwachsene Menschen mit einer Beeinträchtigung. Sie sind zwischen 18 und 80 Jahre alt. Es gibt 18 Wohngruppen mit 7 bis 14 Bewohner*innen. Bisher hatte es noch keine Infektion mit dem Corona-Virus am Auhof gegeben – einzelne Verdachtsfälle wurden mit negativem Ergebnis getestet.


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28.08.2020

„Das ist eine geniale Kombination“

Tierpatenschaften für den Auhof bringen Inklusion voran und fördern den Erhalt seltener Tierrassen

Hilpoltstein/ Rohr – Simone Ziermann ist eine Wiederholungstäterin im besten Sinne des Wortes. Die Pfarrerin lebt in Rohr im Landkreis Roth und arbeitet als wissenschaftliche Assistentin an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau. Sie hat bereits vier Tierpatenschaften für den Archehof Auhof der Rummelsberger Diakonie in Hilpoltstein an Verwandte verschenkt. „Das ist etwas Sinnvolles“, sagt sie. Ziermann findet, dass nicht nur hochgezüchtete Tierrassen einen Ort haben sollten, an dem sie leben können. Sie interessiert sich schon lange für Archehof-Projekte und ist im Internet auf den Auhof aufmerksam geworden.

Der Auhof hat es sich zum Ziel gemacht, sich als sogenannter Archehof der Erhaltung seltener Nutztierrassen zu widmen, die vom Aussterben bedroht sind. Dazu gehören beispielsweise Crollwitzer Puten, Sundheimer Hühner, Pommern-Gänse und Turopolje-Schweine. Außerdem leben Ponys, Esel, Hunde und Katzen am Auhof. Ein Team aus Menschen mit und ohne Behinderung kümmert sich gemeinsam um die Tiere. Ziel ist es, Besucherinnen und Besuchern die bedrohten Arten näher zu bringen, für nachfolgende Generationen zu erhalten und den Bestand zu sichern. Allerdings ist der Unterhalt sehr teuer. Für Futter, die Instandhaltung von Ställen und Gehegen und die tierärztliche Betreuung fallen hohe Kosten an. Darum hat der Auhof Tierpatenschaften entwickelt. Tierpatinnen und Tierpaten übernehmen einen festen Geldbetrag, mit dem sie zum Unterhalt für eine bestimmte Rasse beitragen. „Das ist eine Kombination, die ich genial finde“, sagt Simone Ziermann. Zum einen könne sie sich so für den Erhalt seltener Tierrassen einsetzen, zum anderen Inklusion vor Ort unterstützen.

„Ich bin in der sehr glücklichen Situation, dass die Menschen in meinem Umfeld alles haben, was sie brauchen. Da fragt man sich, was man ihnen schenken kann“, erzählt die Pfarrerin. Eine Tierpatenschaft zu verschenken, bereite den Beschenkten Freude und gleichzeitig tue sie damit etwas Gutes. „Bisher kamen die Tierpatenschaften immer sehr gut an. Einmal wurde ich gefragt, was man denn dann alles machen müsse.“ Ziermann konnte schnell beruhigen: Tierpatinnen und Tierpaten müssen nicht zum Stallausmisten kommen. Sie sind aber herzlich eingeladen, „ihre“ Tiere am Auhof zu besuchen. Selbstverständlich erhalten sie außerdem eine Urkunde und werden zum jährlichen Tierpaten-Treffen eingeladen, sofern es corona-bedingt stattfinden kann. Simone Ziermann will den Auhof schon bald zusammen mit ihrer Mutter besuchen. Ihr hatte sie eine der Tierpatenschaften zum Geburtstag geschenkt.

Nähere Informationen zu den Tierpatenschaften erhalten Sie von Eva Neubert (09128 50 27 96, neubert.eva(at)rummelsberger.net) sowie im Internet: https://www.rummelsberger-diakonie.de/tierpatenschaft


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